Im Laufe der Zeit ist es normal, dass Ihre Webseite durch andere Webseiten verlinkt wird. Dieser Prozess ist ganz natürlich und macht das Internet, wie wir es heute kennen, aus. Suchmaschinen nutzen diese Links (Backlinks) als Rankingfaktor, in dem Sie…

  1. die Qualität der verlinkenden Webseite bewerten und
  2. prüfen, inwiefern der verlinkte Inhalt themenrelevant ist.

Wenn Ihre Webseite schon über einen längeren Zeitraum existiert, kann es vorkommen, dass viele Links nicht mehr zu dem Inhalt Ihrer Webseite passen (z.B. alte Branchenbucheinträge), die verlinkenden Domains zu Spam verkümmert sind (z.B. weil Sie nicht mehr gepflegt wurden), oder Domains auf Ihre Webseite verweisen, die sich schädlich auf die Bewertung auswirken können (z.B. durch pornografische Seiten, Glücksspiele, etc.).

Suchmaschinen sind mittlerweile zwar sehr gut darin zu erkennen, welcher Backlink natürlich gesetzt wurde und welcher Backlink nichts mit Ihrer Branche zu tun hat, und ggf. sogar mit boshaften Hintergedanken gesetzt wurde, in einigen Fällen kann es aber dennoch sein, dass diese Schutzmechanismen nicht wirken. Teilweise bezahlen Seitenbetreiber Hacker oder Spammer, um Ihr Backlinkprofil durch tausende Links auf solchen Seiten zu entwerten. Diese Methoden werden auch als Black Hat SEO bezeichnet. Sie dienen der reinen Manipulation der Suchmaschinen.

Nicht umsonst geben Suchmaschinen wie Google regelmäßig den Hinweis an Webseitenbetreiber, die Backlinks Ihrer Domain regelmäßig zu prüfen und im Notfall über das Disavow Tool der Search Console zu entwerten.

Auch unser Kunde ae-muc.de war von einer negativen Linkbuilding-Attacke betroffen, ohne davon gewusst zu haben. FirmCatalyst hat diese Schwachstelle in einem Backlink-Audit erkannt und sofort Maßnahmen ergriffen, um die negativen Links zu entwerten. Bereits wenige Tage später, stiegen die Rankings für den Kunden sprungartig an.

Traffic nach Backlink-Audit

Als Webmaster haben Sie zwei Möglichkeiten, die Backlinks Ihrer Webseite zu prüfen und ggf. zu entwerten.

Nutzen Sie Google’s Search Console zur Backlink-Analyse

Das Entwerten von Backlinks über die Search Console ist spielend einfach und steht jedem kostenfrei zur Verfügung. Allerdings nimmt diese Methode etwas mehr Zeit in Anspruch, da alle Backlinks einzeln und individuell ausgewertet werden müssen.

Rufen Sie dazu die Search Console auf. In der Navigation, unter “Vorherige Tools und Berichte” > “Links”, finden Sie eine Kachel mit der Überschrift “Top-verweisende Websites”. Unter “mehr” erhalten Sie einen Bericht, der alle Domains zeigt, die derzeit auf Ihre Domain verweisen.

Search Console Top verweisende Webseiten

Über das Icon in der rechten Spalte exportieren Sie die Liste der verweisenden Domains.

Search Console Backlinks exportieren

Im darauffolgenden Schritt überprüfen Sie jede einzelne Domain, die in Ihrer Excel-Tabelle auftaucht, auf:

  • Qualität der Webseite
  • Qualität des Inhalts der verlinkenden URL
  • Themenrelevanz des Inhalts der verlinkenden URL

Tipp: Als lokales Unternehmen achten Sie bitte darauf, dass die Öffnungszeiten, Telefonnummern und Adressdaten in Branchenbüchern (Citations) übereinstimmen.

Jede Domain, die keine dieser Faktoren erfüllt, soll später entwertet werden. Wir raten dazu, eine weitere Spalte in der Excel-Tabelle anzulegen, in der Sie diese Domains für später markieren können.

Excel Liste mit Auflistung der Links aus Search Console für Backlink-Audit

Haben Sie die Analyse Ihrer Backlinks abgeschlossen, müssen Sie diese Domains noch in eine Textdatei eintragen, die Sie später im Disavow Tool hochladen. Diese Datei hat den Namen „disavow.txt„. Der Inhalt sieht wie folgt aus:

Beispiel für Search Console Disavow File

# dient für Kommentare an Sie selbst, Ihr Team oder an Google. Darunter tragen Sie die Domain ein, die Sie im Tool entwerten möchten. Sie haben die Wahl, ob Sie eine ganze Domain oder nur die Sub-URL einer Domain entwerten.

Diese Textdatei können Sie unter der Search Console (Disavow Tools) hochladen.

Links in der Search Console für ungültig erkären

Die Bearbeitung erfolgt innerhalb weniger Stunden und Sie werden per E-Mail über den aktuellen Stand benachrichtigt.

Semrush Backlink Audit

Eine weitere Methode, die Backlinks Ihrer Website zu analysieren, ist es diese durch das Backlink-Audit-Tool von Semrush prüfen zu lassen. Die Funktionsweise ist simpel. Sie gestatten Semrush vollen Zugriff auf die Backlinks Ihrer Search Console sowie auf Google Analytics.

Die dort gespeicherten Daten werden daraufhin in das Semrush-Tool importiert und jeder Backlink auf seine Qualität geprüft. Semrush gibt im Anschluss einen Wert zwischen 0 und 100 aus, der den toxischen Wert der Webseite bestimmt und Ihnen als Anhaltspunkt dienen soll, ob jene Domain entwertet werden soll.

Semrush-Backlink-Audit Löschen oder Behalten

Mögliche Toxizitäts-Kennzeichen sind:

  • verdächtiges Follow/Nofollow-Verhältnis einer Domain
  • schlechtes Layout der Website
  • Spiegelseiten (duplizierte Webseiten)

Durch den Button “Löschen” können diese Links durch Semrush direkt in das Disavow Tool von Google hochgeladen werden. Das stellt eine enorme Arbeitserleichterung dar.

Prüfen Sie Ihre Ankertexte

Diese Methode hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren. Die Rede ist von der Optimierung Ihrer Ankertexte. Als Ankertexte bezeichnet man den verlinkten Textinhalt eines Links. Im besten Fall ist dieser Text themenrelevant oder der Markenname / Domainname Ihrer Webseite. Der Markenname macht in der Regel den Hauptbestand Ihres Backlink-Profils aus.

Kurz darauf folgen Ankertexte, wie Autorennamen (Autorität & Trust), der Geschäftsführer, behandelnde Ärzte, etc. und, nicht zu vergessen, die verlinkten Dienstleistungen auf den Sub-Seiten.

Als Suchmaschinenoptimierer können wir bei FirmCalayst anhand der Ankertexte schnell zurückverfolgen, wie und in welcher Qualität das Linkbuilding bisher durchgeführt wurde.

Majestic Ankertexte

Uns fällt immer wieder auf, dass Sub-Seiten (Dienstleistungsseiten) weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird und Backlinks beinahe vollständig auf die Root-Domain verweisen. Für ein natürliches Backlinkprofil ist ein ausgeglichener Mix aus beiden Verlinkungsmethoden jedoch wichtig.

Um die Ankertexte Ihrer Website zu prüfen, rufen Sie  die “Search Console” > “Links” > “Top-verweisender Text” auf.

Prüfen Sie, welche Seiten am häufigsten verlinkt sind

Ähnlich wie bei den Ankertexten der Webseite, dient dieser Schritt dazu, zu erkennen, wie die Backlinks Ihrer Webseite, verteilt sind. Glücklicherweise gibt Ihnen die Search Console eine Übersicht darüber, welche URLs am häufigsten verlinkt sind.

Dazu rufen Sie die “Search Console” > “Links” > “Am häufigsten verlinkte Seiten – extern” auf. 

Search Console am häufigsten verlinkte Unterseiten

Es ist normal, dass die meisten Links auf die Rootdomain “/” Ihrer Webseite verweisen. In einem natürlichen Backlinkprofil sollten allerdings auch die restlichen Unterseiten einer Webseite verlinkt sein, insbesondere wenn diese Webseiten strategisch wichtig sind (z.B. Dienstleistungen bewerben). Auch diese Backlinks sollten qualitative Backlinks besitzen, welche von Suchmaschinen dazu genutzt werden, die Qualität ihrer Unterseite (und Dienstleistung) zu bewerten. 

Tipp: Ein großes Problem vieler Webseitenbetreiber ist in der Linkbuilding Strategie, dass sie lediglich Links auf anderen Webseiten setzen, die auf die Root-Domain verweisen. Das ist häufig beim Citation-Linkbuilding (Linkbuildung durch Branchenbücher) der Fall. Das Modul der Search Console hilft dabei, solche Schwächen zügig und effektiv zu offenbaren.

Suchmaschinen erkennen Spam, sind aber nicht perfekt

Suchmaschinen wie Google investieren enorme Aufwendungen in die Bekämpfung von Spam, Linkspam und dem Erkennen von Linknetzwerken. Jährlich werden diese Anstrengungen in einem Report festgehalten.

Auch wenn die Systeme extrem gut darin geworden sind, Leuten schnell den Gar auszumachen, die Algorithmen böswillig oder zum eigenen Nutzen missbrauchen möchten. So sind diese Systeme nicht perfekt, so dass es empfehlenswert ist, mindestens einmal jährlich, das Backlinkprofil auf möglichen Spam zu untersuchen.

Im nächsten Schritt unserer Serie: „Einen SEO-Audit selber durchführen“, zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre aktuellen Rankings und den daraus resultierenden organischen Traffic untersuchen.